Musik

Kann man Musik über Vibration fühlen?

Ja. Die Mechanorezeptoren der Haut reagieren auf Vibrationen etwa zwischen 20 und 1000 Hz, und das überschneidet sich deutlich mit den Frequenzen von Musik. Gehörlose Perkussionisten beschreiben seit Langem, dass sie Musik vor allem mit dem Körper wahrnehmen und nicht mit den Ohren — und wer schon einmal neben einem Bass-Lautsprecher stand, kennt dasselbe: Diese Reaktion im Brustkorb auf tiefe Frequenzen ist Tasten, nicht Hören.

Warum sich Bässe anders anfühlen

Verschiedene Rezeptoren reagieren auf verschiedene Bereiche. Pacini-Körperchen sind um 200–300 Hz am empfindlichsten, weshalb tiefe Mitten körperlich am deutlichsten spürbar sind. Sehr hohe Frequenzen spürt man kaum.

Lange Wellen gehen zudem durch Böden und Möbel — deshalb hört man vom Nachbarn den Bass und nicht den Gesang.

Was die taktile Rückmeldung beiträgt

Sie verstärkt den Rhythmus. Zeitinformation über den Tastsinn nutzt einen Kanal, der nicht mit der Melodie um Aufmerksamkeit konkurriert — deshalb wirkt ein synchroner Puls klarer statt voller.

Außerdem macht es Musik teilweise zugänglich, wo Ton keine Option ist: in stillen Umgebungen oder bei Hörverlust.

Die praktische Grenze

Der Vibrationsmotor eines Telefons ist klein. Er überträgt Rhythmus und Betonungen gut, aber weder Tonhöhe noch Klangfarbe in nennenswerter Form. Erwarte einen spürbaren Puls, der die Musik begleitet — keine zweite Fassung der Musik.

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