Betrieb

Wo verliert ein volles Restaurant Geld?

Fast nie beim Umsatz: bei Schwund, Portionen und veralteter Kalkulation. Ein volles Lokal kann Geld verlieren, wenn die Einkaufspreise gestiegen sind und die Karte nicht. Die vier üblichen Lecks sind verdorbene Ware, unkontrolliert wachsende Portionen, Rabatte und Stornos ohne Begründung — und Preise, die mit den Kosten von vor einem Jahr gerechnet wurden.

Die Portion, die von allein wächst

Ohne Grammangabe oder Maßgefäß verschiebt sich die Portion nach oben: Niemand gibt zu wenig, und alle geben ein bisschen zu viel. 10 % Überportionierung beim meistverkauften Gericht frisst die Marge eines ganzen Monats, ohne irgendwo aufzutauchen.

Das korrigiert man durch Wiegen, nicht durch Ermahnen. Eine Kelle in der richtigen Größe wirkt mehr als jede Ansage.

Die abgelaufene Kalkulation

Einkaufspreise bewegen sich ständig, Speisekarten nicht. Wird die Kalkulation nicht überprüft, verkaufst du dein bestes Gericht womöglich mit Verlust, ohne es zu merken — und je mehr davon weggeht, desto mehr verlierst du.

Die Kosten der zehn meistverkauften Gerichte einmal im Quartal nachzurechnen deckt den größten Teil des Risikos mit wenig Aufwand ab.

Stornos sagen viel

Stornierte Gerichte und manuelle Rabatte gehören zu den aussagekräftigsten Signalen in der Gastronomie. Ein Muster, das sich auf eine Schicht oder eine Person konzentriert, ist selten Zufall — manchmal ist es fehlende Einarbeitung, manchmal etwas anderes, und in beiden Fällen sollte man es sehen.

Die vier Zahlen jeder Woche

Wareneinsatz im Verhältnis zum Umsatz, Personalkosten im Verhältnis zum Umsatz, durchschnittlicher Bon und verkaufte Gerichte je Kategorie. Damit sieht man fast alles. Ohne das merkt man einen schlechten Monat erst beim Abschluss — und dann ist er nicht mehr zu korrigieren.

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